Foto: Rote Bete (Copyright: Desertrose7 - pixabay.com)

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah…?

frei nach J.W. v. Goethe

Super- oder Powerfoods, die ganz besonders reich an z. B. Vitaminen, Proteinen und Nährstoffen sind und sich deshalb sehr positiv auf die Gesundheit auswirken, sind in aller Munde. Die einen sollen entgiftend, andere antioxidativ oder entzündungshemmend sein. Und – zumeist kommen sie von weit her in unsere Geschäfte.

Dabei stehen viele unserer heimischen Gewächse den importierten Exoten als Nährstoffbomben in nichts nach. Auch sie beugen gesundheitlichen Beschwerden vor oder lindern Symptome. Und darüber hinaus: Sie punkten mit niedrigeren Preisen, klimaschonenderen ökologischen Fußabdrücken, transparenteren Anbaubedingungen und Qualitätsstandards. Wer heimisch gar als regional definiert, bekommt richtig frische, statt durch Trocknung oder Wärmebehandlung haltbar gemachte, meist unverpackte Lebensmittel, die sogar noch die regionalen Wirtschaftskreisläufe stärken.

„Lange Transportwege machen aus ökologischer Sicht keinen Sinn. Je länger die Zeitspanne von der Ernte bis zum Verzehr dauert, desto mehr wertvolle Vitamine im Obst und Gemüse gehen auch verloren. Ein großer Vorteil der regionalen Erzeugung liegt darin, dass die Früchte vollreif geerntet werden können. Dies spiegelt sich auch im Geschmack wider“, ergänzt Peter Muss, stellvertretender Geschäftsführer vom Provinzialverband Rheinischer Obst- und Gemüsebauer e.V.

So sind z. B. unsere Blaubeeren eine fast gleichwertige Alternative zu Acai- und Gojibeeren, da sie über einen hohen Anteil an Vitamin C und E, sekundäre Pflanzenstoffe, Mineralstoffe, Kalzium, Magnesium, Kalium und Eisen verfügen und eine entzündungshemmende, krebsvorbeugende und antioxidative Wirkung haben. Sie schützen die Gefäße und stärken das Immunsystem. Häufig finden sie Verwendung in Müslis oder Gebäck, was auch für Lein- statt Chiasamen gelten kann, denn diese haben ebenso wie die mexikanischen Samen positive Auswirkung auf die Magen-Darm-Funktion, die Knochen und den Cholesterinspiegel. Und für die Zufuhr einfach ungesättigter Ölsäure und mehrfach ungesättigter Fettsäuren, die bekanntermaßen das Herz- und Kreislaufsystem stärken, muss es auch nicht immer die weit gereiste Avocado sein. Walnüsse, die in NRW wachsen, sich sehr lange, sehr gut aufbewahren lassen, können es locker mit ihr aufnehmen.

Viele Gemüse, Salate, Früchte, Sprossen, Kräuter und sogar vermeintliche Unkräuter ‚von hier‘ sind schon seit Generationen für ihre wohltuende oder sogar heilende Wirkung bekannt und eine adäquate Alternative zu den Powerplayern aus Übersee. So wird z. B. die Brennessel als „Königin der Heilpflanzen“ bezeichnet, weil sie das Immunsystem stärkt, entzündungshemmend und blutdrucksenkend wirkt, während der robuste Löwenzahn krampflösend und Energie spendend ist, die Verdauungsorgane unterstützt und den Fettstoffwechsel optimiert.

Im Sortiment vom Kräuterhof Dreesen aus Bornheim und von Herrmann Frische Feine Kräuter in Neuss steht die gesund-leckere Kresse schon lange hoch im Kurs, und zunehmend erobern auch frische, junge, gesunde und hocharomatische Rucola-, Rettich- und Radieschen-Keimlinge als Topping auf Brot, Pizza und Pasta, im Salat und Smoothie gesundheitsbewusste Genießerherzen“, weiß Robert Dreesen, Mitglied in Verein Ernährung-NRW zu berichten.

Rote, gelbe und Ringelbeete, Spinat, Lauch, Grünkohl, die Steckrübe z. B. und viele andere Gemüse wachsen in Nordrhein-Westfalen und gelangen über Hofläden und den Handel auf schnellem Weg in die Küchen der Verbraucherinnen und Verbraucher. Dort finden sie Verwendung in klassischen, raffinierten oder internationalen Gerichten und immer häufiger – in Kombination mit ebensolchen supergesunden heimischen Früchten, Salaten und (Un)kräutern – auch in Powerdrinks und Smoothies.
Die Bauer Funken GmbH, die sich über Generationen vom landwirtschaftlichen Familien- zu einem familiengeführten Pionierbetrieb für verzehrfertige Convenienceprodukte entwickelt hat, bestätigt den Trend zu heimischen Superfoods in zahlreichen Verarbeitungen. Der Ernährung-NRW-Mitgliedsbetrieb hatte schon früh – genauer 1979 – auf den Anbau und die Vermarktung mit beigepackten Rezepten von damals noch ‚Exoten‘ wie z. B. Brokkoli, Fenchel, Staudensellerie und bunte Salate gesetzt.

„Ich finde es toll, dass mutige und innovative Landwirtinnen und Landwirte in Nordrhein-Westfalen begonnen haben, z. B. Quinoa, Süßkartoffeln und Aroniabeeren zu kultivieren. Wir verzeichnen nicht nur bei Smoothie- und Shaker-Varianten eine steigende Nachfrage nach heimischen Superfoods und freuen uns, dass wir sogar die nach saisonal regionalen Zutaten bedienen können“, sagt Georg Funken.

Die Saisonkalender unter https://www.nrw-isst-gut.de/kleines-wissen-fuer-grossen-genuss/ geben darüber Auskunft, wann welche Gemüse- und Obstsorten aus nordrhein-westfälischem Anbau im Handel erhältlich sind.

Foto: Robert Dreesen im Folientunnel (Copyright: Kräuterhof Dreesen)
Foto: Ruccola-Kresse (Copyright: Kräuterhof Dreesen)
Foto: Quinoa-Pflanzen auf einem Feld (Copyright: Jai79 - pixabay.com)
Foto: Rote-Bete-Quinoa-Salat (Copyright: Bauer Funken)

Fotos: Rote Bete (© Desertrose7 – pixabay.com), Robert Dreesen im Folientunnel, Ruccola-Kresse ( beide © Kräuterhof Dreesen), Quinoa-Pflanzen auf dem Feld (© Jai79 – pixabay.com), Rote-Bete-Quinoa-Salat (© Bauer Funken)