Foto: Rinderschützer (v.l.n.r.): Nicole Büsing, Michael Führs, Jan Steneberg, Jürgen Sons, Jan Dickhöfer, Nikolai Eversmann, Claudia Keil, Lioba Galliet, Sandra Fellmin, Roland Loerbroks, Heiner Keil, Richard Löttert (Copyright: Birgit Clausen)

Tierische Landschaftsschützer

Weitere Partner zur Entwicklung einer Vereinigung für Rindfleisch von Naturschutzflächen gesucht!

Jeder Naturliebhaber kennt die kleinen Rinderherden, die als „Landschaftspfleger“ auf ökologisch wertvollen Flächen unterwegs sind. Sie sorgen durch Beweidung dafür, dass geschützte Flächen nicht nach und nach mit Buschwerk zuwachsen, sondern ihren ökologischen Nutzen als Offenland- und Grünlandflächen erfüllen können. Bullen, Mutterkühe und Kälber leben dabei in natürlichen Herdenverbänden und ernähren sich ausschließlich von dem, was die Landschaft für sie bereithält: Gräser, Kräuter, Blätter, Eicheln. Die natürliche Bewegung, die ursprüngliche Ernährung und das langsame Wachstum sorgen für gesunde und widerstandsfähige Tiere. Das Fleisch dieser Tiere ist durch die naturnahe Haltungsform von exzellenter Qualität. Und es kommt noch eine weitere positive Eigenschaft hinzu: Das so auf Naturschutzflächen erzeugte Rindfleisch ist weniger klimaschädlich, da die negativen Klimaeinflüsse durch eigens erzeugte und transportierte Futtermittel wegfallen und die extensiv bewirtschafteten Flächen als CO2-Senken wirken.

Rinder auf Naturschutzflächen werden von Menschen und Institutionen gehalten, deren Leitbild sich am Gemeinwohl der Gesellschaft, der Wahrung des Landschaftsbildes und dem Erhalt der Artenvielfalt ihrer Heimat orientiert. Mit der Züchtung und Haltung dieser Weide- oder Robustrinder erfüllen sie deshalb einen hohen gesellschaftlichen Anspruch. Denn die extensive Bewirtschaftung von Naturschutzflächen verbindet das Wohl der Tiere mit dem Erhalt von Ökosystemleistungen und liefert ein besonders schmackhaftes und gesundes Fleisch.
Manche Halter vermarkten das Fleisch dieser Tiere bereits offensiv als besonderes Qualitätsprodukt. Doch das gilt nicht für alle. Insbesondere bei kleinen Beständen gibt es häufig keine optimalen Vertriebsstrukturen. In der Folge landet das Qualitätsfleisch mit dem besonderen Naturschutz-Hintergrund vielfach als „normales“ Rindfleisch in der Metzger-Theke. Durch eine spezielle Qualifizierung als Rindfleisch aus weitgehend wilder Weidehaltung auf Naturschutzflächen soll sich das nun ändern. Dazu fanden sich im Februar 2022 bereits potentielle Partner in Datteln im Münsterland zusammen, um eine Marke mit entsprechendem Qualitätssiegel aus der Taufe zu heben. Festgelegt wurde ein gemeinsamer Kodex, der zu den folgenden Merkmalen klare Kriterien festlegt:

  • Regionalität
  • Naturschutzleistung
  • Naturnahe und tiergerechte Haltungsbedingungen
    • Aufzucht in Mutterkuhhaltung
    • Ganzjährige Weidehaltung (überwiegend)
    • Regelungen zu Fütterung, tierärztlicher Versorgung
    • Befruchtung durch Natursprung
    • Transport, Betäubung, Schlachtung
  • Verarbeitung und Vertrieb

 

Wollen Sie bei diesem Projekt dabei sein? Interessieren Sie sich für die Kriterien, die im gemeinsamen Kodex verankert sind und möchten die Vermarktungsperspektiven für Rindfleisch von Naturschutzflächen mit aufbauen und nutzen? Hierfür sucht das vom NRW-Umweltministerium geförderte Projekt nach weiteren Partnern aus NRW.

Weitere Informationen erhalten Sie unter der E-Mail: clausen@nrw-isst-gut.de.

Beitragsfoto: © Birgit Clausen

(v.l.n.r.): Nicole Büsing, Michael Führs, Jan Steneberg, Jürgen Sons, Jan Dickhöfer, Nikolai Eversmann, Claudia Keil, Lioba Galliet, Sandra Fellmin, Roland Loerbroks, Heiner Keil, Richard Löttert