04.02.2019 / Regionen

Die Lange Nacht der Ernährung in NRW

Ernährung, Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie 
waren die großen Themen des Abends

Zum ersten Mal veranstaltete Ernährung-NRW e.V. die "Lange Nacht der Ernährung" in Strahlen am Niederrhein. In fünf Fachvorträgen stellten Referenten ihre Konzepte für eine moderne Lebensmittelindustrie und Ernährungswirtschaft vor.

Die Ernährungswirtschaft und die lebensmittelproduzierende Landwirtschaft stehen vor großen Herausforderungen. Fragen zur Ernährung und Produktion rücken immer mehr in den Mittelpunkt der öffentlichen Diskussion. Wo geht die Reise hin? Dieser Frage ging Andreas Heinz, Vorsitzender des Vereins Ernährung-NRW, im Straelener Hof nach. Zusammen mit den vielen Teilnehmern aus der Lebensmittelindustrie, Landwirtschaft und Politik startete der Abend, der auch für Austausch und Vernetzung stand.

Dr. Jan Dietzel, der Abteilungsleiter für Landwirtschaft im Umweltministerium hob die Bedeutung der nordrhein-westfälischen Ernährungs- und Landwirtschaft hervor. Die meisten der 50 deutschlandweit stärksten Unternehmen der Lebensmittelwirtschaft sind in NRW angesiedelt. Aber auch die kleinen und mittelständischen Unternehmen prägen das Bild einer vielfältigen Ernährungswirtschaft und des Lebensmittelhandwerks. Dies zeigen nicht zuletzt die EU geschützten Spezialitäten aus NRW, wie der Walbecker Spargel, der Westfälische Knochenschinken, das Rheinische Rübenkraut, die Flönz und viele mehr.

Die Fachvorträge der fünf Referenten waren sehr vielfältig. So berichtete Theo Duven, Gründer des niederländischen Unternehmens abb Growers, wie sich ein moderner Betrieb für die Vermarktung von Blaubeeren aufstellt, um am Markt zu bestehen und internationale Kunden zu bedienen. Dazu gehören eine gute Sortimentspolitik, stabile Preise, Verfügbarkeit der Ware über die ganze Saison und eine attraktive Verpackung, die das Produkt schützt und Verbraucher zufrieden stellt.

Gerhard Schwarting, Professor für Agrarwissenschaften, referierte über die Landwirtschaft im Zeitenwandel und gab einen Überblick über die Situation der Landwirtschaft, Tierhaltung und Tierernährung in Deutschland. Die landwirtschaftlichen Betriebe würden immer größer, um wirtschaftlich arbeiten zu können. Einer der vielen Gründe sei, dass die Lebensmittel in Deutschland im internationalen Vergleich sehr günstig angeboten werden, da Politik und Handel dies forderten. Hinzu käme, dass die Konsumenten in Deutschland gegenwärtig lediglich 14% der privaten Haushaltseinkommen für Lebensmittel ausgeben. Ob Milcherzeugung, Tierhaltung und Fleischerzeugung sowie Pflanzenanbau, die Herausforderung für den Landwirt sei es heute, sein Image zu verbessern und seine Produktionsweise besser zu erklären bzw. an die gesellschaftlichen Erwartungen anzupassen. "Für die bäuerlichen Familienbetriebe gibt es eine Zukunft in einer globalisierten Welt, so dass alle Menschen eines Tages satt werden", schloss Schwarting.

Die Digitale Transformation in der Ernährungswirtschaft war das Thema von Gerhardt Schmidt, Journalist und Kommunikationsberater. Die Landwirtschaft sei der Digitalisierung gegenüber aufgeschlossen und nutze sie bereits in vielfältiger Hinsicht. Die Digitalisierung birgt Chancen und Risiken, deshalb sei es wichtig, die Chancen zu nutzen, ohne die Risiken zu vernachlässigen. Digitalisierung bedeute auch, dass die Landwirtschaft effizienter arbeiten und mit unseren Ressourcen wie Böden, Luft und Wasser nachhaltig umgehen könne. Mit weniger Ressourceneinsatz können mehr Menschen satt und damit der global steigende Bedarf an Lebensmitteln erfüllt werden.

Marco De Benedetti und Stefan Strehle von Bofrost stellten das neue Online-Konzept "The Tasty Table" vor. Bofrost will mit seinem neuen „Social Selling-Konzept“ insbesondere die jüngeren Generationen erreichen, die in den sozialen Netzwerken aktiv sind. "Blogger sind die wichtigsten Multiplikatoren, die wir auf dem Markt finden können", konstatierte De Benedetti, der Marketingmanager des Unternehmens.

Christoph Klotter, Professor für Ernährungspsychologie, stellte zum Abschluss des Abends die Frage, ob Essen zu einem Identitätsstifter geworden sei. Im 21. Jahrhundert stehe der Fleisch konsumierende "Traditionsesser" dem "Alternativesser" gegenüber. Hier ähnelt es einem Klassenkampf, bei dem sich der vegane Alternativesser dem Fleisch konsumierenden Traditionsesser überlegen fühlt.

Auf der "Langen Nacht der Ernährung" (v.l.): Karl-Frieder Kottsieper, Stephan Kisters, Franz-Josef Dickopp, Vorstände Ernährung-NRW e.V.; Margret Vosseler-Deppe, MdL und Andreas Heinz, Vorsitzender Ernährung-NRW e.V.

       
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